Schade. Zum 1. August 2021 sollte die gemeinsame Betriebsführung der Kläranlagen Allendorf und Rabenau in die Tat umgesetzt werden. Ein Vorhaben, das seit 2011 auf der Agenda der Kommunen steht und unter der Amtszeit von Annette Bergen-Krause (SPD) auch schon in Vertragsform gegossen, aber wieder zurückgenommen bzw. nicht konsequent umgesetzt wurde. Jetzt nach 10 Jahren ein erneuter Versuch, der in der Sitzung des interkommunalen Arbeitskreises am 20. Mai 2021 im Bürgerhaus Nordeck vorgestellt wurde und die Zustimmung aller Anwesenden gefunden hat.
Ist Allendorf doch die Braut, die sich nicht traut und vor dem Gang zum Traualtar den Bräutigam erneut stehen lässt? Oder liegt es am Kirchturmdenken einiger Mandatsträger, einen Sinn ergebenden Schritt in die Zukunft nicht zu gehen?
Im Beisein der beiden Bürgermeister, Benz und Langecker, den Fachbereichsleitern der beiden Kommunen sowie den Fraktionsvertretern beider Parlamente wurde die Vorlage zum gemeinsamen Betrieb der Kläranlagen ausführlich erörtert.
Karl-Heinz Weicker, Hauptamt Rabenau, nahm sich über ein Stunde Zeit, um die öffentlich-rechtliche Vereinbarung und den dazugehörenden Vertragsentwurf zu erläutern. Hierzu gehörte auch der Vergleich mit möglichen anderen Varianten (Beitritt zu einem Verband, Vergabe an Dritte). Seine Analyse ergab, dass die wirtschaftlich sinnvollste Lösung ein gemeinsamer Betrieb der Kläranlagen durch die Kommunen Allendorf und Rabenau sei. Das Ganze wurde mit aktuellen Zahlen auf Basis des Jahres 2018 hinterlegt.
Der kommissarische Leiter des Bauamtes Allendorf, Dieter Hilbert, berichtete von letzten Abstimmungen mit dem eingesetzten Personal und von einem seit 1. März und zum 30. 6. 2021 abschließenden erfolgreichen Testbetriebs auf den Kläranlagen.
Aus den Reihen der Parlamentarier ergab sich nach eingehender Diskussion kein Widerspruch zur Vorlage, die erhebliche Kosteneinsparungen im Betrieb mit sich bringt und das vorhandene Personal uneingeschränkt einbindet.
Der IKZ-Arbeitskreis hat am 20. Mai dem Entwurf zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Allendorf (Lumda) werde in ihrer Sitzung am 21. Juni die Vereinbarung verabschieden, Rabenau werde dies in der Sitzung der Gemeindevertreter im Juli tun, so die Aussage des Arbeitskreises.
Es bleibt jetzt die Frage, wieso Allendorf am 21. 6. einen Rückzieher gemacht hat und Bürgermeister Benz auf Antrag der SPD die Vorlage zurückzieht und dies mit "Verständnisproblemen im Vertragswerk" begründet. Die im Arbeitskreis dargestellten deutlichen Kostenreduzierungen und die Gewährung eines Landeszuschusses können es nicht sein.
Die seit Jahren wie eine Monstranz vor sich her getragene vertrauensvolle Zusammenarbeit wird erneut auf eine harte Probe gestellt.

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